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Bill Kaulitz und Bourne Ultimatum

Schauspieler
Michael Falkenhagen
Telefon:01 73/2 04 68 91

Ex-Kinderstar bei Tokio Hotel

Stand: Dezember 2016

Um die deutsche Erfolgsband „Tokio Hotel“ ranken sich viele Gerüchte. Ins­besondere der Sänger steht oft im Mittelpunkt von wilden Spekulationen.

Denn ungewöhnlicherweise liebt Bill Kaulitz Schminke und unterschiedliche Frisuren. Hat das mit seinem Liebes­leben zu tun? Das würden die oftmals hysterischen weiblichen Fans des Teenie-Stars aus der Region Magdeburg sehr bedauern. Ein Erkneraner lüftet jetzt das Geheimnis: „Bill Kaulitz schätzt das weibliche Geschlecht. Er hat einfach nur Spaß an Schminke und Frisuren“, so Michael Falkenhagen.

Cop bei „Tokio Hotel“
Er hat mit der Band das Musikvideo „Spring nicht“ gedreht. „Da durfte ich einen amerikanischen Cop spielen“, erinnert sich der Schauspieler zurück. „Die Jungs von Tokio Hotel habe ich als umgängliche Personen ohne Starallüren kennengelernt“, lobt er die ungewöhnliche Band, die es aus der Provinzstadt Magdeburg in die Top-Charts geschafft hat und die allein in Deutschland und Österreich sensationelle sieben Millionen Platten verkauft hat.

Kinderstar in der DDR
Michael Falkenhagen ist sehr gerne für Produktionen tätig, die die jüngere Generation ansprechen. Schließlich startete er seine Karriere als Jungstar in der DDR. Er war eine der vier Hauptfiguren im Kultfilm „Als Unku Edes Freundin war“. Der DEFA-Spielfilm, der 1981 in die Kinos kam, entstand unter Regie von Helmut Dziuba. „Es geht um die Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und dem Zigeunermädchen Unku. Der Film behandelt Vorurteile, die insbesondere oft gegen Sintis gerichtet sind. Die Geschichte spielt im Berlin der 1920-er Jahre. Ich war Max, der Freund von Edes Schwester Lisa“, erinnert sich Falkenhagen zurück, der seit 2001 in Erkner wohnt.

Fußball und Eisenbahn
Er weiß noch gut, wie er in diesen Film kam. „Ich ging in Friedrichshain zur Schule. Plötzlich waren Leute bei uns in der Klasse und beobachteten den Unterricht. Wir wussten nicht, wer die waren. Schließlich wurde ich ins Lehrerzimmer gerufen. Ich kam mit mulmigem Gefühl und schlotternden Knie an. Da wurde mir eröffnet, dass ich in die engere Auswahl für einen Spielfilm gekommen bin. Dabei hatte ich mit Theater und Schauspiel vorher keine Berührung gehabt. Ich spielte Fußball und war in der AG Pioniereisenbahn“, so Michael Falkenhagen. „Ich wurde schließlich unter 3 600 Gleichaltrigen ausgewählt.“

Unterwegs im ganzen Land
Der Streifen wurde zum Riesen­erfolg. „Wir vier Hauptakteure waren in der gesamten DDR in Schulen unterwegs, um den Film vor Klassen zu präsentieren. Außerdem waren wir auf diversen Festivals“, kann sich Michael Falkenhagen noch gut erinnern. Offenbar war man in den Babelsberger Studios von dem 16-Jährigen sehr begeistert.

Anerkanntes Talent
Obwohl man es in der DDR vermied, Jugendliche zu Stars zu machen und sie deshalb meist nur für eine Produktion einsetzte, kam Falkenhagen fast nahtlos zum nächsten Film, der sogar eine internationale Produktion war. „Alexander der Kleine“ entstand als Kooperation mit der sowjetischen staatlichen Filmgesellschaft „Mosfilm“, die heute noch mit 13 Studios auf einem riesigen 14 000-Quadratmeter-Areal zu den größten Produzenten in Europa und sogar weltweit gehört. „Ich kam von einem Film zum anderen. Am meisten ist mir noch ‚Auto­märchen’ in Erinnerung. Damals mussten wir mit­erleben, wie mein Schauspielkollege Dieter Franke während der Dreharbeiten in einer Szene mit einem Motorrad zu Fall kam und anschließend im Krankenhaus verstarb. Alles musste nachgedreht werden, es war gespenstisch, als es erneut um diese Szene ging.“

Von Erkner nach Babelsberg
Das Ende der DEFA brachte Falkenhagen zu einer privaten Schauspielschule. Hier lernte er seine spätere Ehefrau kennen. Sie heißt heute Josephine Wiechmann. „Durch sie kam ich nach Erkner“, berichtet er. Wiederentdeckt wurde der Ex-Kinderstar der DDR aber unabhängig von seiner früheren Karriere auf dem Alex. Offenbar wirkt Michael Falkenhagen, der keinerlei Starallüren hat, so markant, dass er einem Casting-Team auffiel. So wurde er für Filme und Serien engagiert. Dazu gehörten „Abschnitt 40“, „Der Letzte macht das Licht aus!“, „Heute heiratet meine Ex“, „Monogamie für Anfänger“, „Das total verrückte Wochenende“ oder „Die Prostituierte von nebenan“. Erneut schaffte er es in eine internationale Produktion. So war er in „Das Bourne Ultimatum“ zu sehen. „Ich spielte einen russischen Polizeioffizier, der Hauptstar Matt Damon alias Bourne verfolgen lässt.“ Der Film wurde übrigens mit drei Oscars ausgezeichnet und spielte 442 Millionen Dollar ein. Er war in Teilen von den Studios Babelsberg betreut worden.

Star im Wohnblock
Michael Falkenhagen ist bescheiden und zugänglich. Er wohnt in einem Wohnblock am Försterweg, hat kein Problem, täglich mehrmals drei Etagen ohne Aufzug zu bewältigen. Fitness ist für ihn jeden Tag aktuell, schließlich ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr in Erkner für die Mitbürger aktiv. Zudem hat er früh erkannt, dass Film ein „launisches Geschäft“ ist. So war er sogar schon als Kontrolleur bei der BVG tätig, wo er von Skinheads angegriffen wurde. „Dabei wurde mir die Nase gebrochen.“ Er war als Lkw-Fahrer in Deutschland, Frankreich, Italien und England unterwegs. Heute bewältigt er das Fernweh im technischen Dienst auf dem Flughafen Schönefeld. Sein Traum: „Ich würde sehr gerne mal im ‚Tatort‘ spielen, egal ob einen Kommissar oder einen Bösewicht“, sinniert er. Schließlich hat er als Polizist Erfahrung, so im Musik­video von „Tokio Hotel“.

Tochter bei Pilawa
Tochter Kassandra Falken­hagen hat übrigens Fan das schauspielerische Talent ihrer Eltern mitbekommen. Sie war zuletzt im Fernsehen in einem Werbespot mit Jörg Pilawa im Vorabendprogramm zu sehen. Mit gerade mal 15 Jahren könnte sie noch gut Kinderstar „ganz wie der Vater“ werden!